1. Anreise nach Hurghada, Ägypten

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Im Herbst des Jahres haben wir ein günstiges Angebot genutzt, um eine Woche Badeurlaub zu machen. Da mich Ägypten kulturell immer schon gereizt hatte, fiel die Wahl auf Hurghada.

Die Flüge von Stuttgart aus werden leider so angeboten, dass man mitten in der Nacht dort ankommt. Das Land lebt zum großen Teil vom Tourismus, daher war Logistik rund um den Fremdenverkehr, wie der Transport vom Flughafen zum Hotel, gut organisiert. Wir trafen etwa gegen drei Uhr morgens im Hotel ein und durften leider noch eine ganze Weile warten, da das auch die hauptsächliche An- und Rückreisezeit ist. Die Lobby war voll mit An- und Abreisenden und die Angestellten hinter der Rezeption waren nicht die schnellsten. Es wurde quasi darauf bestanden, dass du deinen Koffer in der Lobby abstellst, damit du in den Genuss des Services kommst, dein Gepäck aufs Zimmer gebracht zu bekommen. Unser Zimmer lag im ersten Stock eines Nebengebäudes, mit Koffer also leicht zu erreichen. Hätten wir gewusst wie lange es dauert bis das Gepäck endlich im Zimmer ist, hätten wir es einfach mitgenommen. Nach einer Stunde Aufenthalt in der Lobby, konnten wir immer noch nicht ins Bett sinken, da wir noch eine Stunde auf unser Gepäck gewartet haben. Die Ägypter haben eine sehr gewöhnungsbedürftige Trinkgeld- und damit verbundene Servicepolitik. Sprich die Angestellten verdienen ein sehr niedriges Grundgehalt und leben mehr vom Trinkgeld. Daher darfst du quasi nichts selber machen, musst aber jeden Handschlag, den das Personal macht mit Trinkgeld vergüten. Das heißt, Gepäck aufs Zimmer bringen, Trinkgeld, am Stand eine Auflage vom Stapel auf die Liege legen, Trinkgeld usw. Du musst also ständig daran denken Kleingeld in der Tasche zu haben, wenn du nicht arm werden willst am besten in einheimischer Währung. Euromünzen wollten sie zum Teil aber nicht nehmen, angeblich konnten sie das bei einheimischen Banken nicht umtauschen. Wir haben trotzdem welche verteilt, wie auch anders, der kleinste Schein beim € sind 5er. In Amerika hat man wenigsten noch Eindollarscheine. Am besten kleinere Beträge vor Ort im Hotel oder am Bankautomat tauschen, dafür öfter. Und immer wissen wie der Umrechnungskurs ist, wenn man mit Euro bezahlt und den Betrag an Wechselgeld angeben, den du zurück haben willst, falls es nur in Pfund raus gegeben wird.

Wir waren im Grand Hotel Hurghada untergebracht. Die Hotelanlage ist eindeutig in die Jahre gekommen und wird leider auch nicht mehr richtig gewartet. Renovierungen wurden nur sporadisch ausgeführt. Das Zimmer, welches wir hatten war sehr schlicht und auf den ersten Blick relativ sauber. Im Bad waren leider die üblichen Gammel- und Schimmelspuren rund um Dusche und Toilette. Zumindest so Kleinigkeiten, wie den Toilettendeckel (ganz gelb und gammelig, sah aus wie der erste, der je angeschraubt wurde) oder den Duschkopf zu erneuern wurde versäumt. Der Aufenthaltsbereich in der Lobby mit Bar kündete nur von vergangenem Glanz, die Buntglasscheiben des Oberlichts in der Bar waren zum Teil kaputt und das Mobiliar abgestoßen. W-Lan hat komischerweise auch nie funktioniert, es sei denn man hat den richtigen gefragt.

Was sehr schön ausgesehen hat und auch Tipp top gepflegt wurde, war die Gartenanlage mit Rasen, Palmen und blühenden Büschen. Der Strand wurde ebenfalls jeden Abend gesäubert. Es standen Abfallbehälter bereit, Toiletten und Duschen. Auch hier hätte man mehr warten und in Schuss halten können, da einige Duschen, Schirme, Liegen und Toiletten nicht mehr richtig funktioniert haben. Es gab auch eine Wasserrutsche am Strand, aber die sah aus, als wäre sie schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb.

Das Wasser war allerdings glasklar und sehr warm. Es gab sogar einen Bademeister, der den Strand überwacht hat.

Selbst im Herbst wird es in Ägypten sehr heiß, durch die ständige Meerbriese blieb es aber erträglich. Das führt allerdings dazu, dass die Angestellten Arbeiten in den sehr frühen Morgenstunden ausführen. So wurde eines morgens direkt vor unserem Zimmer Bäume mit der Axt gefällt. An Schlaf war nicht mehr zu denken.

Gewöhnungsbedürftig ist auch, dass nur Männer in den Serviceberufen arbeiten. Unser Zimmermädchen war auch ein Mann. Der hat sich natürlich sehr um uns bemüht. Da er den ganzen Tag da war, hat er unser Kommen und Gehen beobachtet und stand so alle naselang vor der Tür, er wolle uns die Strandtücher gegen frische tauschen, natürlich gegen Trinkgeld. Einmal klopfte er und stand mit einer Flasche Cola vor der Tür, ob wir Cola wollen, natürlich gegen Trinkgeld. Eigene Verpflegung von Außerhalb mitzubringen war selbstverständlich nicht erlaubt. Man sollte das teure Wasser aus dem Hotel kaufen. Wir sind aber trotzdem jeden Tag los gezogen und haben uns im kleinen Laden gleich um die Ecke mit Wasser und Snacks versorgt und alles im Rucksack ins Hotel geschmuggelt.

Was uns persönlich sehr gestört hat, war die Tatsachen, dass du keinen Schritt aus dem Hotel machen konntest ohne zum Teil sehr penetrant von allen möglichen Händlern und Straßenverkäufern angesprochen zu werden. Gern auch mit der Masche: „ich häng dir das jetzt um (Schmuck, Tücher etc.) und dann musst du mich bezahlen“. Ein Abendspaziergang auf der Promenade glich dann gern mal einem Spießrutenlauf. Was sehr schön war und auch vernünftige Preise hatte, war das Restaurant auf der gegenüberliegenden Seite des Hotels. Hier konnte man für 5 € eine Shishapfeife bestellen und die Cocktails waren auch lecker zu vernünftigen Preisen. Im Hotel hat die Shishapfeife gleich 10 € gekostet. Witzig fanden wir, dass sich die Händler auf deutsche Gäste eingestellt hatten und ihre Läden teilweise Lidl und Kaufland (mit Logo) genannt haben. Drinnen gab es aber den üblichen Touristenramsch.

Der Strand des Grand Hotels Hurghada

Bilder

Karte

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