2013 Jersey – 1. Anreise nach St. Helier

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jersey Wir sind mit der Autofähre von St. Malo aus auf die größte Kanalinsel Jersey übergesetzt, direkt zur Inselhauptstadt St. Helier. Da man die EU verlässt, muss man sich auf eine gründliche Kontrolle der Papiere und des Fahrzeugs einstellen. Dafür kann man an Bord zollfrei einkaufen. Die Fähren von Condor Ferries sind überaus gut ausgestattet und bequem. Man kann sich auf dem Deck aufhalten, zum Rauchen oder nur zum frische Luft schnappen, oder sich im großen Aufenthaltsbereich eine Kleinigkeit zum Essen kaufen. Mit der Fahrkarte wird ein fester Sitzplatz gekauft. Die Insel selbst bietet jedem etwas. Es gibt wunderschöne Strände, tolle Wanderwege und jede Menge historische Gebäude, z.B. Burgen, zur Besichtigung. Kriege haben das Gesicht der Insel nachhaltig geprägt, so war sie immer wieder mal von den Engländern, mal von den Franzosen zur Festung und Verteidigungsanlage gegen den jeweils anderen ausgebaut worden. Überall auf der Insel befinden sich Wehrtürme und stark befestigte Burgen und Garnisonen. Die Geschichte des zweiten Weltkriegs ist auch allgegenwärtig, da die Deutschen die Insel zur Festung im Atlantik ausbauen wollten und die ganze Insel mit Bunkerbauten befestigten. Die kann man auch zum Teil besichtigen. Aufpassen muss man nur wegen der sehr starken Gezeiten. Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut ist gewaltig. Und es ist immer wieder faszinierend zu sehen wie weit das Wasser sich zurück zieht. Wir haben im Apollo Hotel Jersey übernachtet, welches gut ausgestattet und sehr günstig gelegen ist. Vor allem der Innenhof mit Swimmingpool und Liegewiese war sehr schön. Da wir im Oktober angereist sind, haben wir eher den Indoorpool genutzt. Für ein Bad im Freien war es schon zu kalt. Das Hotel verfügt auch über hoteleigene Parkplätze, sehr praktisch bei dem allgegenwärtigen Mangel an Platz und Parkplätzen.

jersey-020 Am ersten Tag haben wir die Hauptstadt St. Helier erkundigt. Hier lebt der Großteil der Menschen auf der Insel, dementsprechend herrscht sehr viel Verkehr. Die Stadt scheint fast zu klein für die Massen an Autos. Da ist ein Bummel in der verkehrsberuhigten Fußgängerzone mit der Hauptstraße King Street in der Innenstadt sehr entspannend. Der konsumfreudige Mensch findet hier alle Läden und Geschäfte jedweder Designer die das Herz begehrt und für jeden Geldbeutel (gut, meist für den größeren 🙂 ). Die Vielfalt an Waren ist so groß, man merkt überhaupt nicht, dass man auf einer Insel ist. Die Stadt hat auch ein Shoppingcenter, Liberty Wharf Shopping Centre,  Richtung Hafen, und eine liebevoll restaurierte  historische alte Markthalle, den St. Helier Central Market (Halkett Place, St. Helier), die sich ihren alten Charme bewahrt hat und auch mit jeder Menge einheimischer Produkte aufwarten kann. Wir haben auch dem Fort Regent auf den Town Hill, eine ehemalige Festung mit einer bewegten Geschichte, einen Besuch abgestattet. Die Festung wurde durch den Neubau des zu damaliger Zeit moderneren Elisabeth Castle bedeutungslos und verfiel. Im 2. Weltkrieg bauten die Deutschen in der Festung noch einige Flak-Stationen. Die Regierung von Jersey beschloss in den 70gern das Gelände und die Reste der Festung zu einem Sport- und Freizeitzentrum umzubauen. Bis auf einen tollen Ausblick über die Stadt loht der Besuch aber nicht wirklich. Es gibt ein paar Sportgeschäfte, -clubs, -hallen und ein Fitnessstudio und Tafeln für die Besucher, welche die Geschichte des Gebäudes erzählen. Unbedingt besichtigen muss man hingegen das, auf einer Felseninsel vor St. Helier erbaute Elizabeth Castle. Wir hatten Glück die Festungsanlage bei Ebbe zu Fuß erreichen zu können. Ein Betonweg führt vom Ufer über das Watt zur Burg. Bei Flut, aber auch bei Ebbe, kann man sich gegen Gebühr (£3) mit einem Amphibienfahrzeug zur Burg fahren lassen. Im Sommer findet hier ein historisches Fest statt mit kostümierten Menschen und Salutschüssen mit den teils originalen Kanonen. Aber auch im Herbst hat das Gelände einiges zu bieten. Ein Museum erzählt die Geschichte der Festung und berichtet aus dem kargen und harten Alltag der hier stationierten Soldaten. Sehr interessant sind die nachgebauten und mit vielen originalen Gegenständen aus der Zeit bestückten Zimmer und Stuben der Garnison. Weitere Museen beschäftigen sich mit den Uniformen und Waffen der Zeit, wobei ein großer Teil eine sehr ausführliche und umfangreiche Darstellung der Bauart und Waffentechnik von Kanonen von früher bis heute ist. Hier kann man die Entwicklung von Kanonen-Waggons auf Schienen bis hin zu modernen Flak-Geschützen bestaunen. Der zweite Weltkrieg hat auch hier Spuren hinterlassen, auch hier finden sich zwischen 400 Jahre alten Mauern deutsche Bunker und Geschützstände wieder. Die Insel ist Dank ihrer vorteilhaften Lage im Golfstrom mit sehr mildem und sonnigem Klima verwöhnt, so dass selbst im Oktober noch Blumen blühen und Palmen auf der Insel wachsen. Der Spaziergang durch den Park zur St. Matthew’s Glass Church mit den Glasarbeiten vom Art-Déco-Künstler René Lalique war nach dem Großstadttrubel sehr entspannend. Die Kirche an sich ist leider nicht ganz so spektakulär, sie ist eher schlicht und etwas farblos, wenn man bunte Glasarbeiten erwartet, wird man ehr enttäuscht sein. Der Stil, obwohl handwerklich sehr gut gearbeitet, erinnert ehr an das nüchterne, zweckdienliche und funktionale Bauhausdesign.  Was auch auf jeden Fall einen Besuch wert ist, ist das Jersey Museum and Art Gallery. In einer sehr schön gestalteten und gut ausgestatteten Ausstellung und Bildersammlung erhält man Einblicke in die Geschichte der Insel und ihrer Bewohner von der Steinzeit bis heute. Selbst die erdgeschichtliche Entstehung der Inseln wird erklärt. Neben dem Museum, quasi im Innenhof, ist ein nettes Restaurant, wo man gut essen und einen Kaffee trinken kann.

Anreise von St. Marlo

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Bilder

Karte

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